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Schulbetrieb

 

Fachschaft Naturwissenschaft und Technik

Ein außergewöhnlicher Schulstart nach dem Lockdown

 Es ist immer gut, sich eine Platte zu machen. Was das Kunstgeld-Projekt an der Regelschule „Bertha von Suttner“ in Mechterstädt betrifft, so ist diese Redewendung doppeldeutig zu verstehen.

Den Titel „Jeder macht sich eine Platte“ hatte sich der Holzbildhauer Florian Schmigalle ausgedacht. Der Erfurter wollte ursprünglich mit den Jugendlichen der 8. Klassen Sitzmöbel künstlerisch gestalten. Coronabedingt war jedoch Künstler*innen während des gesamten Schuljahres 2020/21 der Zutritt zu Schulen untersagt. Anfangs zeigte sich die Lehrerin Cordula Salzmann noch hoffnungsvoll und nahm – wie alle Beteiligten – an, dass das Frühjahr sicher Entspannung in Form merklich sinkender Inzidenzwerte bringen würde. Mehrmals wurde das Projekt verschoben, bis klar war, dass es nicht wie geplant in der Schule und somit im WRT-Unterricht stattfinden kann.

Im April trafen sich die Lehrerin und der Künstler mit der Kulturagentin Katrin Sengewald und der Koordinatorin für kulturelle Bildung Antje Gensel in einer Videokonferenz, um das Vorhaben so zu verändern, dass es trotz der massiven Einschränkungen in der Pandemie durchführbar sein könnte.

Die neue Idee kam von Katrin Sengewald. Jeder Jugendliche sollte eine Holzplatte erhalten, die er zu Hause kreativ gestaltet. In der letzten Schulwoche würde aus den 40 fantasievollen Einzelwerken eine wunderbare Skulptur entstehen, deren Symbolcharakter unübersehbar sein würde: „Lange waren wir allein und nun sind wir endlich wieder vereint.“

Während des gemeinsamen Brainstormings wurden vor allem seitens der Lehrerin Zweifel an einer puren digitalen Umsetzung laut. Zu viel Zeit hatten die Schüler*innen in den vergangenen Wochen am PC und in Videokonferenzen verbracht. Schnell einigte man sich auf Präsenz, und zwar darauf, den Start des Projektes ins Freie zu verlegen.

Dass der 1. Juni 2021 im Landkreis Gotha ausgerechnet der Tag sein würde, an dem die Jugendlichen nach knapp 6 Monaten wieder in den Wechselunterricht gehen würden, konnte in der Planungsphase noch keiner ahnen. Die Achtklässler*innen trafen sich an diesem Vormittag nicht in der Schule, sondern in drei verschiedenen Orten, um gemeinsam mit Florian Schmigalle das Projekt zu beginnen. Von Kindern und Jugendlichen aus ca. 20 Dörfern wird die Regelschule in Mechterstädt besucht. Cordula Salzmann hatte die Mädchen und Jungen der 8a und 8b in drei ähnlich große Gruppen eingeteilt, die sich am Kindertag zu verschiedenen Zeiten auf dem Spielplatz in Fröttstädt, dem Sportplatz in Mechterstädt und dem Spielplatz in Weingarten trafen.

Der erste Schultag nach so vielen Wochen des Allein-Lernens wurde für die Achtklässler*innen zu einem ganz besonderen Erlebnis. Sie folgen interessiert den Ausführungen des Künstlers Florian Schmigalle, der sich als wahrer Entertainer entpuppte. Mit viel Begeisterung zeigte und erklärte der Holzbildhauer den Schüler*innen, welche Möglichkeiten es gibt, eine Platte zu gestalten. Den Jugendlichen war anzusehen, dass Florians Elan auf sie überschwappte.

Im Juni und in den ersten drei Juliwochen werden die Jugendlichen nun – angeleitet vom „Künstler-Lehrerin-Tandem“ – zu Hause ihre Platte gestalten und an einem der letzten Tage vor den Sommerferien auf dem Schulhof der Regelschule „Bertha von Suttner“ zu einem großen Ganzen, zu einer sicherlich farbenprächtigen, fantasievollen Skulptur zusammenstecken.

Die „Continental AG“, ein wichtiger Kooperationspartner der Regelschule, stellte für jedes Mädchen und jeden Jungen einen Beutel mit Werkzeugen und Arbeitsmaterialien zusammen. Vielen Dank dafür!

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